OSINT: was öffentlich ist, aber niemand zusammensetzt
OSINT steht für Open Source Intelligence — Erkenntnisgewinn aus öffentlich zugänglichen Quellen. Das klingt unspektakulär und ist es auch. Der Wert entsteht nicht durch geheime Zugänge, sondern durch Systematik: Einzelinformationen, die für sich genommen belanglos wirken, ergeben in der richtigen Reihenfolge ein Bild.
Ein Beispiel
Ein Handelsregisterauszug nennt eine Geschäftsadresse. Diese Adresse taucht in einer anderen Gesellschaft auf, die vor zwei Jahren liquidiert wurde. Der damalige Geschäftsführer ist über ein berufliches Netzwerk mit dem heutigen Prokuristen verbunden. Eine Pressemitteilung von damals nennt einen Streitfall. Jede dieser Informationen ist frei zugänglich. Zusammengesetzt beantworten sie die Frage, mit wem Sie es zu tun haben.
Womit wir arbeiten
- Handels-, Vereins- und Insolvenzregister, Bundesanzeiger
- Gerichtsentscheidungen und amtliche Veröffentlichungen
- Presse- und Medienarchive
- Berufliche und soziale Netzwerke, öffentlich einsehbare Inhalte
- Domain- und Website-Historie
- Geodaten und Bildmaterial öffentlicher Kartendienste
- Fachdatenbanken und Archive
Wo OSINT aufhört
Öffentlich zugänglich bedeutet nicht: hinter einem Login, in einer geschlossenen Gruppe oder unter falscher Identität erschlichen. Wir legen keine Fake-Profile an, um Zugang zu privaten Inhalten zu erhalten, und wir kaufen keine Daten aus zweifelhaften Quellen. Der Grund ist derselbe wie überall in unserer Arbeit: Solche Erkenntnisse sind rechtlich wertlos und schaffen ein Risiko, das größer ist als ihr Nutzen.
Wann OSINT das Mittel der Wahl ist
Immer dann, wenn eine Frage aus Informationen beantwortbar ist, statt aus Beobachtung. Das ist häufiger der Fall, als Auftraggeber vermuten — und es ist deutlich günstiger als eine Observation. Wir prüfen deshalb bei jeder Anfrage zuerst, ob eine Recherche ausreicht.
Ergebnis
Ein Bericht mit Zeitstrahl, Beziehungsübersicht und Quellenangabe zu jedem Fund. Alles ist nachprüfbar — Sie können jeden Punkt selbst nachvollziehen.
Was OSINT ist — und was es nicht ist
OSINT steht für Open Source Intelligence: die systematische Auswertung von Quellen, die jedem offenstehen. Handels- und Vereinsregister, Insolvenzbekanntmachungen, veröffentlichte Urteile, Ausschreibungen, Fachverzeichnisse, Presse, Archive, öffentliche Profile und Bildmaterial mit auswertbaren Metadaten.
Was OSINT nicht ist: Hacking, Datenkauf, verdeckter Zugriff auf Konten oder Nachrichten. Alles, was hinter einer Zugangsbeschränkung liegt, bleibt außen vor. Der Wert der Methode liegt nicht darin, an Verborgenes zu kommen, sondern darin, Offenes richtig zu verbinden.
Warum die Verbindung den Unterschied macht
Eine einzelne Eintragung sagt selten etwas. Interessant wird es, wenn dieselbe Anschrift bei drei Gesellschaften auftaucht, wenn ein Geschäftsführer kurz vor der Insolvenz die Position wechselt, wenn eine Firma seit Jahren keine Bilanz veröffentlicht, aber Großaufträge annimmt. Diese Muster liegen offen — sie fallen nur niemandem auf, der nicht danach sucht.
Wir arbeiten strukturiert: Rechercheziel definieren, Quellen festlegen, Fundstellen dokumentieren, Widersprüche kennzeichnen. Jede Aussage im Bericht ist mit einer nachprüfbaren Fundstelle belegt. Vermutungen stehen als Vermutungen da, nicht als Ergebnis.
Wofür Auftraggeber es einsetzen
Vor Vertragsabschluss und Beteiligung, zur Vorbereitung von Verfahren, zur Vermögensermittlung vor der Vollstreckung, zur Prüfung von Geschäftspartnern im Ausland — und als Vorstufe zu einer Observation, weil eine gute Recherche oft schon zeigt, ob eine Observation überhaupt nötig ist.
Geht es um die Angaben einer konkreten Person vor einer Einstellung, ist der Background-Check der direktere Weg. Geht es um Vorgänge innerhalb Ihres Unternehmens, führt der Weg über Wirtschaftsermittlungen.
Typische Anlässe
Vor einer Geschäftsbeziehung: Wer steht tatsächlich hinter der Gesellschaft, seit wann existiert sie, gab es Vorgängerfirmen, die gelöscht wurden? Zweitens vor der Vollstreckung: Wo lassen sich Vermögenswerte vermuten, gibt es Beteiligungen an anderen Gesellschaften, Immobilien, Fahrzeuge?
Drittens zur Vorbereitung eines Verfahrens: Was ist über den Sachverhalt bereits öffentlich dokumentiert, und widerspricht es dem, was die Gegenseite behauptet? Häufig lässt sich eine Behauptung schon mit offenen Quellen erschüttern, bevor überhaupt Beweis erhoben wird.
Was den Aufwand bestimmt
Der Aufwand hängt von der Zahl der zu prüfenden Personen und Gesellschaften ab, von den betroffenen Ländern und davon, wie tief die Verflechtungen zurückverfolgt werden sollen. Eine Erstrecherche zu einer Gesellschaft ist in ein bis zwei Tagen möglich; ein verzweigtes Firmengeflecht über mehrere Länder braucht deutlich länger.
Wir liefern Zwischenstände, damit Sie entscheiden können, ob sich eine Vertiefung lohnt. Den Preis erfahren Sie vor der Beauftragung.
Häufige Fragen
Ist OSINT legal?
Ja, solange ausschließlich rechtmäßig zugängliche Quellen genutzt werden und die Verarbeitung personenbezogener Daten ein berechtigtes Interesse hat.
Wie lange dauert eine Recherche?
Eine fokussierte Recherche meist zwei bis fünf Arbeitstage.
Kann OSINT eine Observation ersetzen?
Oft ja, wenn die Frage eine Informationsfrage ist. Bei Fragen nach tatsächlichem Verhalten nicht.
