Testkauf und Mystery Shopping

Der Testkauf ist das direkteste Instrument, das die Ermittlungsarbeit kennt: Statt Muster in Zahlen zu suchen, wird der Vorgang selbst herbeigeführt und dokumentiert. Zwei sehr unterschiedliche Ziele lassen sich damit verfolgen — Kontrolle und Qualität.

Testkauf zur Aufdeckung von Kassendelikten

Ein Ermittler kauft als normaler Kunde. Anschließend wird abgeglichen, ob der Vorgang vollständig und korrekt erfasst wurde. Nichtbonierung, Stornos nach Zahlung, unberechtigte Rabatte oder Zahlungen, die nicht in der Kasse landen — all das wird nicht vermutet, sondern belegt. Für die spätere arbeitsrechtliche Verwertung ist entscheidend, dass mehrere Vorgänge dokumentiert werden: Ein Einzelfall lässt sich als Versehen erklären, eine Serie nicht.

Diese Variante ist häufig der wirksamste Baustein bei der Aufklärung von Mitarbeiterdiebstahl.

Mystery Shopping zur Qualitätsmessung

Hier geht es nicht um Verdacht, sondern um Wirklichkeit. Wie lange dauert es bis zur Ansprache? Werden Zusatzleistungen angeboten? Wie reagiert das Personal auf eine Reklamation? Wie ist der Zustand der Fläche zu einer unangekündigten Zeit? Bewertet wird nach einem Kriterienkatalog, den wir gemeinsam mit Ihnen festlegen — messbar und über Standorte hinweg vergleichbar.

Jugendschutz-Testkäufe

Der Verkauf von Alkohol und Tabak an Minderjährige führt zu Bußgeldern und im Wiederholungsfall zu Konzessionsproblemen. Ein Testkauf zeigt, ob die Altersprüfung in der Praxis stattfindet oder nur in der Dienstanweisung steht. Diese Einsätze führen wir ausschließlich im gesetzlich zulässigen Rahmen und in Abstimmung mit dem Auftraggeber durch.

Was Sie erhalten

Zu jedem Einsatz einen Bericht mit Datum, Uhrzeit, Filiale, beteiligten Personen, Ablaufprotokoll und Belegen. Bei mehreren Standorten zusätzlich eine Auswertung, die Ausreißer sichtbar macht — nach oben wie nach unten. Gute Standorte zu erkennen ist genauso wertvoll wie schlechte.

Was wir vorher klären

Ob eine Beteiligung des Betriebsrats erforderlich ist, hängt davon ab, ob die Maßnahme der Verhaltenskontrolle dient. Bei verdachtsunabhängigen Qualitätsmessungen ist das regelmäßig der Fall. Wir sprechen das an, bevor der erste Einsatz läuft.

Zwei Aufträge, die man nicht verwechseln sollte

Der Testkauf dient der Aufklärung. Er wird eingesetzt, wenn ein konkreter Verdacht besteht — Kassendelikte, Warenausgabe ohne Beleg, Verkauf am Unternehmen vorbei. Ziel ist eine dokumentierte Feststellung, die arbeitsrechtlich verwendbar ist.

Mystery Shopping dient der Messung. Hier gibt es keinen Verdacht, sondern eine Frage: Wie läuft der Vorgang tatsächlich ab, wenn niemand zuschaut? Wie lange dauert es bis zur Ansprache, wird die Zusatzleistung angeboten, wie wird eine Reklamation behandelt, in welchem Zustand ist die Fläche zu einer unangekündigten Stunde?

Beide Verfahren nutzen dieselbe Technik, verfolgen aber unterschiedliche Zwecke — und werden unterschiedlich dokumentiert.

Wie wir es aufsetzen

Zuerst legen wir gemeinsam den Kriterienkatalog fest: Was genau soll festgestellt oder bewertet werden, in welcher Reihenfolge, mit welchen Schwellenwerten. Ohne diesen Katalog liefert jeder Besuch ein subjektives Erlebnis statt vergleichbarer Daten.

Dann bestimmen wir Anzahl und Verteilung der Besuche. Ein einzelner Besuch beweist nichts — weder eine Auffälligkeit noch deren Gegenteil. Aussagekräftig wird es ab mehreren Besuchen über verschiedene Schichten und Wochentage hinweg.

Altersprüfung und rechtlicher Rahmen

Ein häufiger Anlass ist die Kontrolle der Alterssichtprüfung. Der Verkauf von Alkohol oder Tabak an Minderjährige führt zu Bußgeldern und bei Wiederholung zu Problemen mit der Konzession. Ein Testkauf zeigt, ob die Prüfung tatsächlich stattfindet oder nur im Handbuch steht. Solche Einsätze führen wir ausschließlich im rechtlichen Rahmen und in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber durch.

Bestätigt sich ein Verdacht, geht es weiter über Mitarbeiterdiebstahl. Betrifft der Vorgang die Führungsebene oder Lieferanten, ist der Einstieg Wirtschaftsermittlungen.

Typische Anlässe

Beim Testkauf: konkreter Verdacht auf Kassendelikte, Warenausgabe ohne Beleg oder Verkauf am Unternehmen vorbei. Häufig geht ihm eine Auffälligkeit in den Zahlen voraus, die sich anders nicht erklären lässt.

Beim Mystery Shopping: die Einführung eines neuen Verkaufsstandards, den man messen will, wiederholte Kundenbeschwerden über einen Standort, oder der Vergleich mehrerer Filialen vor einer Entscheidung über Schulungen. Ein dritter Anlass ist die Kontrolle nach einer Beanstandung durch die Behörde.

Was den Aufwand bestimmt

Entscheidend sind die Zahl der Standorte, die Zahl der Besuche je Standort und der Umfang des Kriterienkatalogs. Für belastbare Aussagen rechnen wir mit mehreren Besuchen über verschiedene Schichten — ein einzelner Besuch je Standort liefert kein verwertbares Bild.

Dazu kommt die Form der Auswertung: eine kurze Feststellung je Besuch ist günstiger als ein vergleichender Bericht über alle Standorte hinweg. Den Preis erfahren Sie vor der Beauftragung.

Häufige Fragen

Merken Mitarbeiter, dass es ein Testkauf war?

Nein. Der Ermittler verhält sich wie ein gewöhnlicher Kunde.

Wie viele Testkäufe sind nötig?

Zur Aufdeckung von Delikten meist drei bis fünf pro Verdachtsperson. Für Qualitätsmessung genügen oft zwei pro Standort und Quartal.

Ist Mystery Shopping mitbestimmungspflichtig?

Wenn es der Verhaltens- oder Leistungskontrolle dient, in der Regel ja.

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