OSINT-Recherche: Was offene Quellen wirklich verraten

OSINT-Recherche: Was offene Quellen wirklich verraten

OSINT steht für Open Source Intelligence — die systematische Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen. Kein Hacking, kein Datenkauf, keine Grauzone: Es geht darum, das zu verbinden, was ohnehin offen liegt, und daraus ein belastbares Bild zu machen. In der Praxis entscheidet diese Arbeit häufig, ob ein teurer Einsatz vor Ort überhaupt nötig wird.

Welche Quellen genutzt werden

Der Werkzeugkasten ist größer, als die meisten vermuten. Dazu gehören das Handels- und Unternehmensregister, der Bundesanzeiger mit veröffentlichten Jahresabschlüssen, Insolvenzbekanntmachungen, Vergaberegister und Gewerbedaten. Hinzu kommen Presse- und Archivrecherchen, Fachdatenbanken, Gerichtsveröffentlichungen, Domain- und Website-Historie, Stellenanzeigen, Fachvorträge, Patentschriften sowie berufliche und private Profile in sozialen Netzwerken.

Auch Bilder sind Quellen: Metadaten, Bildhintergründe und Rückwärtssuche verraten oft Ort und Zeitraum. Und Geodaten — Satelliten- und Straßenbilder — zeigen, wie ein Betriebsgelände tatsächlich aussieht und ob die angegebene Adresse mehr ist als ein Briefkasten.

Wie aus Daten ein Ergebnis wird

Einzelne Treffer sind wertlos, solange sie nebeneinander stehen. Die eigentliche Arbeit ist die Verknüpfung: Wer taucht in mehreren Gesellschaften zugleich auf, welche Adresse wiederholt sich, wann wurde eine Firma umbenannt, welcher Zeitraum fehlt in einem Lebenslauf, und decken sich die Angaben einer Person mit dem, was Dritte über sie veröffentlicht haben.

Jede Feststellung wird mit Quelle und Abrufdatum dokumentiert. Genau das unterscheidet eine Recherche von einer Sammlung an Links: Der Bericht muss nachvollziehbar bleiben, auch wenn ihn Monate später jemand anderes liest.

Typische Anwendungsfälle

Geschäftspartner prüfen. Vor einem Vertrag, einer Vorkasse oder einer Beteiligung: Existiert das Unternehmen wirklich, wer steht dahinter, gab es Insolvenzen oder auffällige Umfirmierungen. Siehe Wirtschaftsermittlungen.

Personen im Einstellungsverfahren. Abgleich von Angaben im Lebenslauf mit öffentlich belegbaren Fakten — der klassische Background-Check.

Vorbereitung einer Observation. Routinen, Fahrzeuge und Adressen vorab zu kennen, verkürzt den Einsatz erheblich. Wie das zusammenspielt, steht im Beitrag zu Observation und Außenüberwachung.

Nach einem Betrug. Wenn Geld geflossen ist und der Empfänger verschwunden scheint, führen offene Quellen oft zu Verbindungen, die vorher niemand gesehen hat.

Was OSINT nicht ist

Es ist kein Zugriff auf Melderegister, Kontodaten, Telefonverbindungen oder Standortdaten. Es ist kein Eindringen in Accounts, kein Vortäuschen falscher Identitäten zur Kontaktaufnahme und kein Ankauf von Datensätzen zweifelhafter Herkunft. Wer das anbietet, arbeitet nicht schneller, sondern illegal — und das Ergebnis ist in keinem Verfahren zu gebrauchen.

Auch bei rein offenen Quellen gilt Datenschutzrecht: Es braucht einen konkreten Zweck, ein berechtigtes Interesse und Verhältnismäßigkeit. Recherchiert wird, was für die Fragestellung erforderlich ist — nicht alles, was auffindbar wäre.

Was Sie als Ergebnis bekommen

Einen strukturierten Bericht mit Zusammenfassung, chronologischer Darstellung, Quellenverzeichnis und einer klaren Trennung zwischen belegten Fakten, Indizien und offenen Punkten. Dazu eine Einschätzung, welche Fragen offen geblieben sind und mit welchem Mittel sie sich klären ließen — etwa durch einen Polygraphentest, wenn es am Ende um die Glaubwürdigkeit einer Aussage geht. Die Leistung im Detail: OSINT-Recherche.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Recherche? Eine Basisprüfung liefert in zwei bis drei Werktagen ein Ergebnis, komplexe Unternehmensstrukturen brauchen ein bis zwei Wochen.

Erfährt die geprüfte Person davon? Bei reiner Auswertung offener Quellen erfolgt keine Kontaktaufnahme.

Was kostet das? Deutlich weniger als jeder Einsatz vor Ort, weshalb wir fast immer damit beginnen. Eine Preisindikation erhalten Sie über den Online-Rechner.

Kann ich das nicht selbst googeln? Die ersten zehn Prozent ja. Der Unterschied liegt in den Registern, der Systematik und darin, dass ein Bericht später Dritte überzeugen muss.

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